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Vom Weltschmerz zur Freude? 4. Fastensonntag

Das Jahr ist drei Monate jung und man fühlt sich schon so platt wie 2025? Ist das nur ein Gefühl? Häufen sich Krisen? Oder entsteht der Eindruck, weil Aufreger durch soziale Medien getrieben werden.
Viele kennen dieses Gefühl von Ohnmacht. Wer Informationen verfolgt, kann darin untergehen – wer sie meidet, leidet auch darunter: Hunger im Sudan, Kriege im Iran oder der Ukraine, Epstein Files. Dazu Einsamkeit nach Corona oder die Innenstädte. All das zahlt ein auf das Konto, das viele mit dem Wort beschreiben: Weltschmerz.
Der Begriff ist nicht neu. Der Schriftsteller J. Paul prägte ihn im 19. Jahrhundert. Gemeint ist die Traurigkeit darüber, dass die Welt nicht so ist, wie sie sein könnte.
Aber was, wenn dieser Schmerz eine positive Funktion hätte? Ein Fakt: Der Arzt Paul Brand stellte bei Lepra-Patienten fest, dass schwere Schäden oft nicht durch die Krankheit selbst entstanden, sondern durch Verletzungen, die unbemerkt blieben, weil die Betroffenen keinen Schmerz empfanden. Deshalb sagte er einmal: “Wenn ich ihnen etwas schenken könnte, dann wäre es das Geschenk des Schmerzes.”
Übertragen auf unsere Zeit: Wenn uns alles egal wäre, würden wir auch nicht mehr spüren, was falsch läuft. Vielleicht hat Weltschmerz so auch eine gute Seite. Er zeigt, dass wir noch eine Vorstellung von einer besseren Welt haben.
Martin Luther King sagte nicht: „Ich habe keinen Traum.“ Er sagte: „Ich habe einen Traum.“
Weltschmerz sollte nicht lähmen, aber verschwinden sollte er auch nicht. Er kann uns stark machen zu spüren, was uns verletzt und zu verändern was uns dadurch nicht egal ist: für mich, im Stadtteil, in unserem Land. Ohne ihn wäre es egal, ob sich etwas zum Guten verändert. Mit ihm stehen wir auf und gelangen in den Raum der immun ist, der Stabilität gibt.
Wir brauchen Mut, um die Realität zu akzeptieren, wie der Sohn im Evangelium des 4. Fastensonntages. Er gewinnt beim gehen Zuversicht, die Situation zu verbessern. Und erfährt in Gemeinschaft Freude über einen neuen Anfang.