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Ostergruß- Ostern beginnt mit Oh…

Es beginnt nicht mit Glauben, Sicherheit, noch nicht mal mit Hoffnung.

Es beginnt mit Ohnmacht.

Die Jünger*innen haben erlebt, wie alles zerbricht.

Was mit Jesus begonnen hatte – eine Bewegung voller Hoffnung – endet scheinbar am Kreuz.

Was sie getragen hat, ist weggebrochen – liegt im Grab.

Zurück bleibt das Gefühl: Wir können nichts tun. Wir stehen daneben, während etwas vergeht.

Diese Erfahrung ist uns nicht fremd.

Auch wir sehen, wie Dinge zerbrechen – im Großen wie im Kleinen.

Und oft bleibt nur dieses Gefühl von Ohnmacht.

Petrus steht mittendrin. Nicht als Verräter – sondern als einer, der an seine Grenze kommt.

Er wollte stark sein, treu bleiben, standhalten. Und merkt: In dieser Nacht reicht meine Kraft nicht.

Vielleicht kennen wir auch das: den Wunsch, zu bestehen – und die Erfahrung, zu stolpern.

Maria unter dem Kreuz bleibt.

Sie hält aus, was nicht aufzuhalten ist. Sie bleibt dort, wo das Leben in den Tod übergeht.

Vielleicht ist das der ehrlichste Ort: nicht wegzugehen, sondern hinzusehen – aus Liebe.

Die Frauen kommen zum Grab mit dem, was übrig bleibt: Erinnerung, Trauer – und Liebe.

Sie erwarten kein Wunder.

Und doch werden sie zu Zeuginnen eines Anfangs, den sie nicht gemacht haben.

Maria Magdalena steht vor dem leeren Grab und erkennt zunächst nichts.

Erst als sie beim Namen gerufen wird, verändert sich etwas. Nicht die Welt auf einmal – aber ihr Blick.

Auferstehung ist vielleicht genau das:

keine Rückkehr zum Alten, sondern eine Kraft, die uns aufstehen lässt.

Die Jünger*innen bleiben nicht in ihrer Ohnmacht. Gottes Lebenskraft erfasst sie neu.

Aus Resignation wird Aufstehen,

aus Verschlossenen werden Gehende, nach Emmaus – und zurück!

Unterwegs, erst beim Mahl, erkennen sie: Jesus ist schon bei ihnen.

Wie in der Osternacht:

Ein kleines Licht wird entzündet – und weitergegeben.

Nicht, weil die Dunkelheit schon verschwunden wäre, sondern weil sie nicht das letzte Wort behält.

Dies ist die Nacht, die das Dunkel vertreibt.

Ostern nimmt die Ohnmacht ernst.

Aber Jesu Auferstehung lässt Ohnmacht nicht das Ende sein.

Der Stein ist weggerollt. Nicht alles ist gut – aber alles kann neu werden.

Und so wünschen wir Ihnen zum Osterfest:

Mut wie Petrus, trotz Stolpern weiterzugehen.

Liebe wie Maria, die bedingungslos bleibt.

Offene Augen wie die Frauen am Grab.

Aufstehen und in Bewegung kommen wie die Emmausjünger.

Ein Herz, das den eigenen Namen hört – und Hoffnung weitergibt.

Frohe und gesegnete Ostern!

Katja Landwehrs und Matthias Hakes