Folge 16

#Schnee #deckend #erhellend

Ob und wie mich etwas runterzieht – wie so manche Momente im ‚Lockdown‘ – das kann ich manchmal auch wenig beeinflussen.
Aber diese Momente, die Du beschreibst, die Gefühle, die Du beschreibst, wenn der Schnee fällt, kann ich wunderbar nachempfinden.
Es klingt wie ein kindliches Staunen, wie etwas, was mich unmittelbar berührt, wie etwas, dass sich selbst durch eine aktuelle Stimmung oder akute Sorgen (zer-)stören lässt. Etwas tief in mir, etwas Existentielles wird angesprochen.
Bei mir ist es weniger der Schnee, bei mir ist es der Wind, am besten noch direkt am Meer. Er darf sogar mit Regen vermischt sein.
Wenn ich mich dieser Erfahrung aussetze, hat es etwas Geheimnisvolles, etwas Sprach-loses, etwas, was den Alltag durchbricht.
Ich könnte auch sagen, es hat etwas Spirituelles. Es ist wie ein Auftanken meiner Seele.
In der Bibel wird im alten Testament – in dem ja viele schöne, bilderreiche Geschichten stehen – an einer Stelle auf diese Weise sogar eine Gottesbegegnung beschrieben: Der Gottsucher und -verkünder Elija hat sich im Einsatz für den Glauben aufgerieben und kann nicht mehr. Da kommen nacheinander Sturm und Feuer und Erdbeben. Aber all das sind nur Vorboten. Erst das leise, kaum vernehmbare, das stille Säuseln lässt Elija ehrfürchtig werden, denn er spürt, dass es nun soweit ist: Gott ist ihm nahe. Er erfüllt sein Herz, schenkt ihm Kraft und sendet ihn erneut. (1 Kön 19, 9-15)
Ich wünsche Dir und mir und allen solche Momente des Staunens.