Folge 12

#sauer #Unverständnis #LevitenLesen #Apell

Oh, ich kann dich so gut verstehen. Bei mir sind es wohl nicht die Zigarettenstummel – vielleicht sind die so klein, dass ich sie übersehe. Und zum Glück raucht bei mir zuhause keiner. Aber es gibt andere Dinge, da ist es ein ganz ähnliches Phänomen: Hundehaufen zum Beispiel. Oder ganz aktuell: Corona-Masken. Alle drei – Zigarettenstummel, Hundehaufen oder Coronamasken – sind so richtig eklig, weil sie irgendwie was mit Körperflüssigkeiten anderer Lebewesen zu tun haben, mit denen ich nun wirklich nicht in Kontakt kommen will.
Und irgendwie schaffe ich es auch nicht, mich nicht darüber aufzuregen.
Und das ist gut so. Irgendwie müssen wir – also so Leute wie du und ich, die sich da aufregen – ein Bewusstsein dafür wachhalten oder wachrufen bei denen, die an solchen Punkten einfach nicht nachdenken.
Aber: Ich habe auch keine Lust, den Dorfscheriff zu spielen und jedes Mal ‚Dududu‘ zu sagen – wie Du schon sagst: mit der Gefahr, eins aufs Maul zu kriegen.
Deshalb freue ich mich über Deine Nachricht, denn dann weiß ich, dass ich damit nicht alleine bin. Und je mehr wir sind, desto besser wird es insgesamt.
Was Dir und mir aber nicht passieren darf: Wir dürfen uns nicht die Laune verderben lassen.
Bei meiner Mutter in der Küche an der Wand hing eine Karte mit dem Spruch: “Wer sich ärgert, büßt die Sünden anderer Leute.” Der stammt wohl von dem alten Konrad Adenauer. Erst habe ich gedacht: Wie soll das gehen? Was ist daran die Buße? Der andere hat nichts und ich den Ärger?
Nein, ich glaube, der Spruch zielt nicht auf den ‚Verursacher‘ und sein Verhalten, er will mir helfen meinen Ärger richtig einzuordnen und nicht auch darin nochmals unter dem Verhalten anderer zu leiden, indem ich seinem Fehlverhalten noch mehr Raum in meinem Leben gebe.
Dann doch lieber gemeinsam überlegen, wie man mit dem, was einem Ärger und schlechte Laune verursacht, konstruktiv umgehen kann.
Aber sei gewiss: Selbst wenn dann am Rheinufer Aschenbecher für die Kippen stehen oder im Park Behälter mit Häufchentüten angebracht sind: Unbelehrbare wird es leider immer geben. Und wenn einer es begriffen hat, kommt der oder die nächste um die Ecke… und schnipp, fliegt die Kippe irgendwohin 

😉

Im neuen Testament sagt Jesus gleich mehrfach, nachdem er eine kluge Lehre von sich gegeben hat: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Heißt eigentlich: Das kann jede*r verstehen. Aber es gibt halt die Zeitgenossen, da denkt man, die Ohren seien nur Attrappen. Da hilft nur: Tief durchatmen.